Das Wachautagebuch

Pfeffel's Kräuter- und Gemüsegarten

Genuss & Leidenschaft – wir destillieren von A-Z

Es war eine Mischung aus Zufall und Neugierde, die Leopold Pfeffel zum Schnapsbrennen verführte.

Der Seniorchef des Gartenhotels & Weingutes Pfeffel absolvierte in der Weinbauschule Krems einen Brennkurs, ehe er sich anschließend bei erfahrenen Schnapsbrennern den nötigen praktischen Feinschliff holte.

Damit begann eine Leidenschaft, die zu Beginn ganz dem Trebernschnaps gewidmet war. Mit der Zeit folgte ein Quittenbrand mit zartbitterem Aroma und schließlich wurden Früchte der eigenen Zwetschken-, Äpfel- und Marillenbäume ebenfalls eingemaischt und zu Edelbränden verarbeitet.

Leopold Pfeffel erweist sich aber nicht nur als feiner Schnapsbrenner, sondern auch Gärtner rund um die Hotellandschaft: hier wachsen die Tomaten, die Kürbisse und Zucchini, die Kopfsalate neben Roten Rüben und Karotten – aber auch die feinen Kräuter, welche die Küche braucht und des Chef’s Nase sucht.

Und hier findet sich auch unser Produkt des Mittelpunkts für heute: die Pfefferminze

Die von einem Wiener Kloster stammende echte Pfefferminze ist geschmacksintensiver und reicher an ätherischen Ölen, jedoch nicht so reichhaltig im Ertrag.

Wir starten unser Tagebuch mit einer neuen Idee, welche wir geboren haben: Pfefferminze in verschiedenen Varianten.

Pfefferminz als Heilkraut:

  • kann die Verdauung regulieren, ist immunsystemstärkend sowie antibakteriell

sowie Pfefferminz für den Genuss:

  • Pfefferminz-Limonade (Läuterzucker mit frischer Pfefferminze einkochen, diesen Minzdicksaft mit Soda, je nach gewünschten Süßungsgrad, aufspritzen)
  • Pfefferminz-Tee (frische Pfefferminz mit kochendem Wasser überbrühen, eine bestimmte Zeit ziehen lassen, abseihen – mit Honig oder braunem Zucker süßen)
  • Pfefferminz-Cocktail an der Hausbar (Pfefferminz wird mit Soda sowie Minz-Läuterzucker aufgespritzt, mit Grappa vom Riesling veredelt sowie mit frischer Minze und Zitrone serviert)

… ja, all diese Schätze veredelt Leopold Pfeffel in mühevoller Kleinarbeit im Garten sowie in seiner Kräuterküche.

Wenn Sie Interesse zur Herstellung haben, freuen wir uns auf Ihren Besuch!

Ihre Familie Pfeffel

www.pfeffel.at

Jetzt in der Wachau

Die Sonne eröffnet wieder den Reigen der Natur. Die vielen Blüten, Pfirsich oder Kirsche, sind gerade in der Vollblüte, bringt die Bienen zum schwärmen, das zarte Grün der Waldvegetation ist der erste Vorbote. In den Weingärten beginnen die Reben zu weinen, die ersten Augen der Rebe zeigen ihre Wolle, beginnen zu treiben. Oft sieht man jetzt die Hauer im Mondlicht oder mit der Taschenlampe manuell die Erdraupen von den Stöcken klauben. Hier kann schon der erste wesentliche Schaden an der neuen Ernte vermieden werden.

In Dürnstein selbst ist es ungewöhnlich ruhig, die Geschäfte und Gaststätten sind alle geschlossen, auch im Stift und in der Stiftskirche ist kein Besuch möglich. Am Ostermontag um 17:35 Uhr können Sie unsere Kirche und unsere Stadt im ORF 2 aber gerne virtuell besuchen, so die Schönheit unseres Barockjuwels aus einer anderen Perspektive sehen (weitere Informationen).

Die vielen Wanderwege rund um Dürnstein laden zum Wandern und Fotografieren, zum Schauen und Genießen ein. Es ist ein besonderes Erlebnis das Treiben bei einem blühenden Baum über einige Minuten bewusst mitzuerleben oder einen Weinstock über die nächsten 3 Wochen mehrmals wöchentlich zu beobachten. Hier spürt man die Kraft, welche in der Weinrebe schlummert und später über den Wein auch unser Gemüt erfreuen wird.

Bitte bleiben Sie dabei auf den befahrbaren Wander- und Güterwegen, lernen Sie unsere Heimat von einer anderen Seite kennen.

Ich wünsche Ihnen trotz aller außergewöhnlichen Umstände Frohe Ostern!

Johann Riesenhuber
Bürgermeister der Stadtgemeinde Dürnstein

Die letzte Räucherkammer in Dürnstein

Eine alte Tradition wird hochgehalten!

Der familiengeführte Betrieb Stockingerhof besitzt die letzte in Betrieb befindliche Räucherkammer in Dürnstein. In dieser wird schon wieder fleißig am Bauchspeck und Rohschinken gearbeitet.

Geräuchert wird ausschließlich mit heimischem Buchenholz. Bei geringer Temperatur wird, für ca. 2 Wochen, das hausgesurte Fleisch schonend in der Räucherkammer geräuchert. Dieses Verfahren wird schon über Generationen in diesem Hause weitergegeben.

Weitere 2 Wochen wird die Räucherware zum Lufttrocknen abhängen, bis sie für den Verkauf bereit ist. Durch dieses langwierige und schonende Verfahren verliert das Fleisch ca. 30% seines Ausgangsgewichts.

Das hierfür benötigte Fleisch kommt vom regionalen Fleischhauer Artner aus Mautern, der Metzger des Vertrauens!

Eine Spezialität stellen die hausgemachten „Hirschwürstel“ dar. Das Fleisch kommt von der heimischen Jägerschaft und wird nach eigener Rezeptur verarbeitet!

Ihre Familie Stockinger

www.stockingerhof.at

Kulinarisches Ostern in der Wachau

In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag endet die Fastenzeit und man darf wieder schlemmen.

Auch wenn heute nur die wenigsten von uns wirklich 40 Tage lang fasten – die kulinarischen Bräuche für unseren Ostertisch haben sich bis heute gehalten. Wo welche Speise ihren Ursprung hatte, lässt sich dabei oft gar nicht mehr sagen. Aber eines ist sicher – Brot und Gebäck spielen dabei immer eine wichtige Rolle.

Der Ostertisch bei uns in der Wachau ist meist ganz klassisch gedeckt mit Osterschinken, Ostereiern und saftigem Roggenbrot. Dazu gibt es oft noch ein gebackenes Osterlamm. Und besonders freuen wir uns auf die berühmte Osterpinze, ein süßes rundes Germgebäck mit einer kreuzförmig eingerissenen Kruste, dass wir wie Schinken und das Osterlamm am Karsamstag bei der Fleischweihe segnen lassen. Ursprünglich stammt die Pinze zwar aus Triest und ist über Kärnten nach Österreich eingewandert, doch ist sie schon so stark in der Wachau verankert, dass ein Ostern ohne Pinzen nicht vorstellbar ist.

Gerade jetzt, in Zeiten der Unsicherheit, der Einsamkeit und auch der ungewohnten Stille, ist es für mich besonders wichtig an den überlieferten Bräuchen festzuhalten. Ostern wird heuer nicht nur bei uns in der Wachau ein anderes sein als bisher, doch können wir damit auch wieder näher zusammenrücken. Osterpinzen eignen sich gut als Gruß für liebe Menschen, die man länger nicht besuchen konnte und schmecken einfach immer und fast überall dazu!

Das Ostergebäck besteht – ähnlich wie Milchbrot – aus Butter, Mehl, Eiern, Zucker, Salz, Germ und Milch. Dazu kommen noch etwas Zitronenschale und wer mag, Rosinen. Trotzdem ist Pinzenbacken hohe Backkunst. Damit die Pinzen schön saftig und flaumig werden, kommt es auf das richtige Verhältnis von Ei und Butter sowie die lange Teigführung an. In der Bäckerei Schmidl lassen wir die Pinzen mehrmals aufgehen, bis der Teig die richtige Konsistenz bekommt. Erst dann formen wir die runden Laibe, bestreichen sie großzügig mit Eigelb und schneiden die Oberfläche mit einer Schere ein.

Ich verrate Ihnen hier eines meiner Lieblingsrezepte für eine Osterpinze

500 g Mehl
1 Pkg. Germ
1 Prise Salz
100 g Zucker
1 Ei
3 Eidotter
1 Vanillezucker
125 ml Milch
125 ml Weißwein
125 g Butter (zerlassen)
abgeriebene Zitronenschale
eventuell Rosinen

Zuerst ein Dampfl aus Germ, 1 EL Mehl, 4 EL Milch sowie 1 TL Zucker anrühren und zugedeckt stehen lassen, bis der Vorteig die doppelte Höhe erreicht hat und Blasen wirft. In eine Schüssel Mehl, Zucker, Vanillezucker, Eier, Milch, Wein, Salz und Butter geben. Jetzt das Dampfl zufügen und gut durchkneten, am besten mit einem Knethaken oder Küchenmaschine. Wer möchte, kann noch Rosinen hinzufügen. Den Teig rund eine halbe Stunde bis Stunde an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen, bis er die doppelte Größe erreicht hat. Anschließend wird der Teig nochmals durchgeknetet, in drei Stücke geteilt und zu Kugeln geformt. Auf ein eingefettetes Backblech legen und noch einmal zugedeckt aufgehen lassen. Ein Kreuz in die Mitte, mit einem Messer oder einer Schere in die Teigkugeln einritzen. Mit Ei bestreichen und im vorgeheizten Backrohr 40 Min. bei 170°C Ober- und Unterhitze backen.

Ich wünsche allen gutes Gelingen beim Osterpinzen backen und ein schönes sowie genussvolles Osterfest!

Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf!

Ihre
Barbara Schmidl
Bäckerin und Konditorin

www.schmidl-wachau.at
www.schmidl-duernstein.at

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Wachau schmecken mit der Bäckerei Schmidl

Die Bäckerei Schmidl ist ein echter Wachauer - auch beim Brot und Gebäck.

Wenn man in Dürnstein morgens durch die engen Gassen geht, weht einem ein Hauch von duftendem Brot und Gebäck um die Nase. Dieser stammt von der Bäckerei Schmidl, deren Backstube in mitten der wunderschönen historischen Altstadt beheimatet ist. Seit 1780 ist der Wachauer Traditionsbetrieb in der Hand meiner Familie. Gebacken wird bis heute nach traditioneller Backkunst, mit regionalen Produkten, viel Handwerk und mit alten Rezepten und neuen, kreativen Ideen. Die Wachau hat dabei die Bäckerei Schmidl genauso geprägt, wie umgekehrt. Schließlich stammt aus unserer Backstube auch das wohl berühmteste Gebäck der Wachau, das Wachauer Laberl.

Die Inspiration dafür stammt von meinem Uronkel Fritz Schmidl. Dieser war Lehrer bei den Wiener Sängerknaben und lernte auf einer Konzertreise nach Frankreich das französische Baguette kennen und lieben. Zurück in Dürnstein schwärmte er seinem Bruder, dem Bäckermeister Rudolf Schmidl, von diesem saftigen, knusprigen Gebäck vor und animierte diesen 1905 zur Wachauer Interpretation des Baguettes, dem Wachauer Laberl. Heute ist das Wachauer Laberl mit dem „S“ für Schmidl bis weit über die Grenzen der Wachau bekannt und darf in keinem Brotkörberl fehlen. Auch bei Weinverkostungen ist es ein unverzichtbarer Bestandteil, neutralisiert das Wachauer Laberl doch zwischen den einzelnen Weinproben den Gaumen. Als echter Wachauer isst man das Wachauer Laberl jedoch sowieso bereits zum Frühstück mit Butter und Marillenmarmelade, zu Mittag zur Gulaschsuppe und am Abend beim traditionellen Heurigenbesuch in geselliger Runde.

Doch das Ausprobieren und Herantasten an neue Geschmackserlebnisse und dabei zu versuchen, die Wachau im Geschmack von Brot und Gebäck einzufangen, liegt bei uns wohl in den Genen. Besondere Begeisterung weckt dabei natürlich die Wachauer Marille. Nicht nur, weil ich daraus selbst Marmelade für unsere Torten einkoche, sondern auch wegen ihrer vielfältigen Möglichkeiten. So entstand etwa die Stift Göttweiger Marillenbreze in Zusammenarbeit mit Stift Göttweig, da sich diese eine besondere, typisch Wachauer Spezialität wünschten. Und auch unser Marillenbrot stellt süß und sauer auf den Kopf. Das saftige Weizenbrot mit gerösteten Haselnüssen und leckeren Marillenstücken enthält keinen Zuckerzusatz und hat nur eine dezente herbe Süße. So schmeckt es sowohl zum Frühstück mit Marmelade oder Honig als auch pikant mit Käse oder Rohschinken.

Keine Frage, die Wachau kann man schmecken. Sie schmeckt saftig, lieblich und herb, aber immer unverwechselbar!

Barbara Schmidl
Bäckerin und Konditorin

www.schmidl-wachau.at
www.schmidl-duernstein.at

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Sehnsucht Wachau


Liebe Freunde unserer Wachau,

dieses einzigartige märchenhafte Donautal zwischen Melk und Krems möchte in dieser Zeit der sehr eingeschränkten Mobilität gerne mit Ihnen kommunizieren. Die ersten warmen Tage in der Wachau, die Marillenblüte und der Weinfrühling bringen uns normalerweise eine Vielzahl an Gästen, heuer ist alles anders. Wo üblicherweise hektisches Schaffen in den Betrieben herrscht um unsere Gäste zufrieden zu stellen, hat Besinnlichkeit und Beschaulichkeit Einkehr gefunden. Wir möchten die Gelegenheit nutzen und Ihnen einen Einblick in das tägliche Leben der Wachauer geben.

Die Wachau ist voll an Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel Stift Melk und die Altstadt von Dürnstein. Der fließende Donaustrom und die Steinterrassen prägen die einzigartige Landschaft. Die derzeitige Marillenblüte ist der Beginn eines ganzen Reigen an terminlichen Höhepunkten im Kalenderjahr und die vielen gastronomischen Treffpunkte warten auf die Zeit die kommen wird, wo sie wieder die Gaumen der Gäste verwöhnen dürfen.

Es liegt an uns Menschen die Wachau, das Welterbe, errichtet durch der Menschen Hand in vielen wirtschaftlichen und bauhistorischen Epochen, zu erhalten und zu pflegen. Sehr viele von uns arbeiten mit dem notwendigen Respekt für die natürlichen Gegebenheiten und die Tradition, zeigen Fingerspitzengefühl wenn es darum geht, diesen Platz der Erholung und Entspannung zu bewahren.

Wir wollen Ihnen mit unserem neuartigen Wachautagebuch (WTB) einen Einblick in den Wachauer Alltag, die Tätigkeiten aber auch die Schönheiten in unseren Wein- und Obstgärten geben. Einblicke in unser Leben, unser Brauchtum gewähren und Ihnen die Schönheit unseres Donautals ins Hause bringen.

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Spaß beim Studieren unserer Beiträge, welche mit Anfang April 2020 starten.

Johann Riesenhuber, Bürgermeister
Karoline Pfeffel, Obfrau Tourismusverein
J. Christian Thiery, StR für Tourismus

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