Das Wachautagebuch: Wachau schmecken mit der Bäckerei Schmidl

31. März 2020

Die Bäckerei Schmidl ist ein echter Wachauer - auch beim Brot und Gebäck.

Traditionsbaeckerei Schmidl

Wenn man in Dürnstein morgens durch die engen Gassen geht, weht einem ein Hauch von duftendem Brot und Gebäck um die Nase. Dieser stammt von der Bäckerei Schmidl, deren Backstube in mitten der wunderschönen historischen Altstadt beheimatet ist. Seit 1780 ist der Wachauer Traditionsbetrieb in der Hand meiner Familie. Gebacken wird bis heute nach traditioneller Backkunst, mit regionalen Produkten, viel Handwerk und mit alten Rezepten und neuen, kreativen Ideen. Die Wachau hat dabei die Bäckerei Schmidl genauso geprägt, wie umgekehrt. Schließlich stammt aus unserer Backstube auch das wohl berühmteste Gebäck der Wachau, das Wachauer Laberl.

Die Inspiration dafür stammt von meinem Uronkel Fritz Schmidl. Dieser war Lehrer bei den Wiener Sängerknaben und lernte auf einer Konzertreise nach Frankreich das französische Baguette kennen und lieben. Zurück in Dürnstein schwärmte er seinem Bruder, dem Bäckermeister Rudolf Schmidl, von diesem saftigen, knusprigen Gebäck vor und animierte diesen 1905 zur Wachauer Interpretation des Baguettes, dem Wachauer Laberl. Heute ist das Wachauer Laberl mit dem „S“ für Schmidl bis weit über die Grenzen der Wachau bekannt und darf in keinem Brotkörberl fehlen. Auch bei Weinverkostungen ist es ein unverzichtbarer Bestandteil, neutralisiert das Wachauer Laberl doch zwischen den einzelnen Weinproben den Gaumen. Als echter Wachauer isst man das Wachauer Laberl jedoch sowieso bereits zum Frühstück mit Butter und Marillenmarmelade, zu Mittag zur Gulaschsuppe und am Abend beim traditionellen Heurigenbesuch in geselliger Runde.

Doch das Ausprobieren und Herantasten an neue Geschmackserlebnisse und dabei zu versuchen, die Wachau im Geschmack von Brot und Gebäck einzufangen, liegt bei uns wohl in den Genen. Besondere Begeisterung weckt dabei natürlich die Wachauer Marille. Nicht nur, weil ich daraus selbst Marmelade für unsere Torten einkoche, sondern auch wegen ihrer vielfältigen Möglichkeiten. So entstand etwa die Stift Göttweiger Marillenbreze in Zusammenarbeit mit Stift Göttweig, da sich diese eine besondere, typisch Wachauer Spezialität wünschten. Und auch unser Marillenbrot stellt süß und sauer auf den Kopf. Das saftige Weizenbrot mit gerösteten Haselnüssen und leckeren Marillenstücken enthält keinen Zuckerzusatz und hat nur eine dezente herbe Süße. So schmeckt es sowohl zum Frühstück mit Marmelade oder Honig als auch pikant mit Käse oder Rohschinken.

Keine Frage, die Wachau kann man schmecken. Sie schmeckt saftig, lieblich und herb, aber immer unverwechselbar!

Barbara Schmidl
Bäckerin und Konditorin

www.schmidl-wachau.at
www.schmidl-duernstein.at